Schulgeschichte

In Bergheim können die Schulen auf eine lange Tradition zurückblicken, sind jedoch bereits im 16. Jahrhundert sowohl in Bergheim als auch in Unterstall Schulen nachgewiesen. In Bergheim ist erstmals 1563, in Unterstall 1575 ein Schullehrer nachgewiesen.

Die Lehrer unterstanden der Aufsicht der örtlichen Pfarrer, wobei ein regelmäßiger Unterricht damals eher die Ausnahme war, wurden doch die Kinder nur sehr sporadisch in die Schule geschickt. Hauptsächlich wurden Rechnen und Religion, sowie Singen unterrichtet. In Visitationsberichten über den Bergheimer Lehrer Gilg Eitelsberger von 1575 und 1577 heißt es, dass er "die Kinder fleißig im Catechismo unterrichte und auch in der Kirche mit seinen Kindern fleißig sänge, er lehret die Kinder deutsch rechnen und schreiben, hat dieser zeit gleichwohl nur 18 Kinder". Seine Besoldung wird wie folgt beschrieben: "Ein halbes Schaff Korn, ein halbes Schaff Haber, ein halbes Schaff Gerste, Quatembergeld von jeden Kind "3 patzen", er empfange aber von den Armen nur 2 patzen, offt nur 6 Kreuzer." Von diesem Einkommen konnten die Lehrer nicht leben, sie versahen zumeist neben anderen Tätigkeiten auch das Amt des Kantors und des Messners.

Über den Unterstaller Lehrer beklagte sich der Pfarrer 1600, dass er ziemlich unfleißig wäre, er halte nur im Winter Schule, wo er 20 Kinder gehabt habe. Die Vierer (Gemeindevorstand) der Gemeinde sagten jedoch dazu, dass im Sommer nicht Schul gehalten werde, daran seien die Eltern schuld, die der Armut halber die Kinder abhielten und daheim zur Arbeit bräuchten.

In Bergheim war es nicht anders, dort hatte der Lehrer 26 Kinder, könnte jedoch 60 bis 70 haben. Es nützte auch nichts, dass die Landesherren bemüht waren, durch Erlasse und Verordnungen das Schulwesen zu fördern, dies war wegen der fehlenden Schulpflicht nur deklamatorisch.

In Attenfeld erscheint 1776 der erste Nachweis, dass es eine Mesnerschule gibt. Anfangs wurde Schule im Haus des Lehrers gehalten, in Unterstall wurde ab 1610 das Frühmesshaus als Schulhaus genutzt, in Bergheim stellte das Kloster Kaisheim das Mesnerhaus als Schulhaus zur Verfügung. Attenfeld erhielt 1835 das erste eigene Schulhaus.

Ab 1802 wurde die allgemeine Schulpflicht für Kinder von 6 bis 12 Jahren eingeführt, ab 1803 folgte die Pflicht zur Sonn- und Feiertragsschulbesuch für 12 bis 18jährige. Zu der Zeit begann auch eine gezielte Ausbildung der Lehrer, es wurden Lehrerseminare eröffnet, so unter anderem in Dillingen.

Im 19. Jahrhundert wurden die Lehrer zwar etwas besser besoldet, die Gemeinde stellte auch die Lehrerdienstwohnung, großartig war der Verdienst jedoch nicht. So bezog der Bergheimer Lehrer 1851 einschließlich der Mesner- und Organistendienste 250 Gulden, die Wohnung war frei.

Der Unterstaller erhielt in etwa gleich viel, der Attenfelder nur 200 Gulden, obwohl die Regierung bereits 1804 300 Gulden Mindestentschädigung festsetzte. Die Geminde musste auch das Holz umsonst stellen, darum mussten die Lehrer jedoch immer streiten.

Die Ortsgeistlichen waren nach wie vor die Vorgesetzten der Lehrer, sie nannten sich Lokalschulinspektoren. Erst 1919 erfolgte wie überall in Bayern die Trennung zwischen Schule und Kirche.

Die Schulen in der Nachkriegszeit ließen in allen drei Ortsteilen zu wünschen übrig, so wurde 1959 das Schulhaus in Attenfeld an- und umgebaut, 1962 das Schulhaus in Unterstall und 1965 in Bergheim erbaut. Diese Vorgängerbauten in Bergheim und Unterstall wurden 1999 durch die neue Schule ersetzt. In Attenfeld gab es seit der Schulreform 1969 keine Schule mehr, das Schulhaus wurde 1971 verkauft. In Unterstall wurde die alte Schule 1962 abgerissen, in Bergheim 1973 verkauft.

Seit 1981 hat Bergheim wieder einen eigenen Grundschulsprengel. Seit 1990 beschäftigte sich die Gemeinde ernsthaft mit dem Bau der neuen Schule mit Turnhalle, da auf Dauer gesehen der Zustand mit den zwei Schulen für vier bzw. fünf Klassen keine Lösung war.